Heilpraktikerin Lydia Braun

MPU – Hintergrundinformationen

Einer der wichtigsten Aspekte der MPU-Vorbereitung ist natürlich die psychologische Aufbereitung der persönlichen, ganz individuellen Geschichte. Es gilt, schädliche Verhaltensmuster zu erkennen, die Ursachen zu ergründen und Strategien zu entwickeln und einzuüben, die sicherstellen, dass man nicht mehr im Straßenverkehr auffällig wird.

Neben der grundlegenden psychologischen Aufarbeitung sind für die Vorbereitung der MPU auch Kenntnisse zum MPU-Prozess hilfreich:

  • Wo ist der MPU-Prozess geregelt?
  • Wie funktionieren Abstinenznachweise?
  • Welche Labore können für Abstinenznachweise genutzt werden?
  • Was ist während eines Abstinenznachweises zu beachten?
  • Etc.

Abstinenznachweise und Abstinenznachweisprogramme

Um eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) mit positiver Prognose zu bestehen, kann es notwendig sein, über einen mehr oder weniger langen Zeitraum eine Abstinenz von Rausch- und Suchtmitteln nachzuweisen oder den kontrollierten Gebrauch von Wirkstoffen oder Medikamenten analytisch überwachen zu lassen. Im Allgemeinen bieten sich hierfür die folgenden Verfahren an:

  • Bei Kontrollprogrammen unter Verwendung von Urin-Proben schließt man mit einem zertifizierten Institut einen Vertrag über einen definierten Zeitraum und den Untersuchungs-Umfang. Innerhalb dieses Zeitraums wird man mehrmals kurzfristig und unvorhersehbar zur Probenabgabe einbestellt. Am Ende des Kontrollprogramms fertigt das Institut einen Bericht, in dem der Verlauf des Kontrollprogramms dokumentiert und die Untersuchungs- und Analysenergebnisse dargestellt werden. Die Notwendigkeit der unvorhersehbaren und kurzfristigen Einbestellung erfordert zeitliche Flexibilität und konsequente Verfügbarkeit während des Programm-Zeitraums. Die Kontrolle beginnt mit dem Start des Kontrollprogramms, ist also – im Gegensatz zur Haaranalyse – in die Zukunft gerichtet.

  • Ein Kontrollprogramm auf Basis von Blutproben ist möglich, um den Konsum von oder die Abstinenz gegenüber Alkohol überwachen, indem die Probe auf Phosphatidyl-Ethanol (PEth) analysiert wird. Für die Kontrolle auf andere Wirkstoffe werden Blutproben i.d.R. nicht verwendet, weil viele Wirkstoffe relativ schnell aus dem Blutkreislauf eliminiert werden und das Nachweisfenster für diese Substanzen häufig zu kurz ist.

  • Eine Abstinenz (ggf. auch die Geringfügigkeit eines kontrollierten Konsums) kann auch mittels einer Haaranalyse überprüft werden. Haaranalysen bieten den Vorteil einer retrospektiven Betrachtung, d.h. je nach Länge des analysierten Haarsegmentes erfolgt die Konsum-Kontrolle für eine Anzahl der vergangenen Monate. Ebenso ist es Vorteilhaft, dass die Abgabe einer Haarprobe geplant werden kann, sodass der Proband nicht ständig kurzfristig verfügbar sein muss. Um eine Haaranalyse durchführen zu können, muss das Haar allerdings lang genug sein, und es werden i.d.R. unbehandelte Haare benötigt.

Damit Abstinenznachweise zuverlässig und aussagekräftig sind, müssen sowohl für die Kontrollprogramme und -methoden, als auch für die durchführenden Stellen strenge Kriterien erfüllt werden. Hierfür ist der „Stand der Wissenschaft und Technik“ in den Beurteilungskriterien für die Fahreignungsbegutachtung (BuK) beschrieben.

Weiterlesen: Beurteilungskriterien für die Fahreignungsbegutachtung (BuK)

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Weiterlesen: Planung von Abstinenznachweisen

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