Heilpraktikerin Lydia Braun

Asthma

Lungenerkrankungen, Husten, juckende Kehle, Allergien, akute oder chronische Bronchitis, Lungenemphysem, usw.

In den Klassikern der chinesischen Medizin wird Asthma als Keuchen beschrieben, welches, wenn man die chinesische Medizin verstanden hat, mannigfaltige Ursachen haben kann.

Vordergründig ist zu unterscheiden, ob die Erkrankung durch ein äußeres Pathogen – in der Schulmedizin würde man sagen: Viren, Bakterien, Pilze; in der chinesischen Medizin sind es Wind, Kälte, Feuchtigkeit, Hitze, Toxine – hervorgerufen wurde, oder ob innere Zustände, d.h. Disharmonien die Ursache sind.

Die „äußeren Pathogene“ klingen für eine Heilung / Genesung einfach, sie sind es aber nicht immer. Schulmedizinisch wird versucht, virale Erkrankungen symptomatisch im Zaum zu halten; es wird versucht, Bakterien durch den Einsatz von Antibiotika den Garaus zu machen. Auch für Pilze und dergleichen werden spezifische Antimykotika, etc. eingesetzt, die, wie auch die anderen Methoden, nicht immer den erwünschten Erfolg bringen.

Die chinesische Medizin denkt einfach, und doch ist sie sehr komplex. Äußere Pathogene müssen i.d.R. durch das Äußere befreit werden. In diesem Sinne gibt es verschiedene Rezepturen der chinesischen Kräutermedizin, oder Akupunkturpunkte, die das bewältigen können. Welche der Rezepturen der chinesischen Kräutermedizin oder Punkte aus der Akupunktur angebracht sind, d.h. ob die Strategie des Shun Hun Lun (Kälteerkrankungen) oder Wen bing (Wärmeerkrankungen) die richtige Wahl ist, ist aus dem Erscheinungsbild des Patienten ersichtlich. Die feinere Differenzierung zur Wahl der passenden Rezepturen oder der Akupunktur ergibt sich z.B. aus Fragen nach Schweiß, Urin und Stuhl, Schlaf, usw.

Anmerken mag ich an dieser Stelle, dass ein äußerer pathogener Faktor, der nicht geklärt wurde, zu einem chronischen schweren Zustand führen kann. Dem Patienten oder Laien mag nicht bewusst sein, dass z.B. eine Erkältung 10 Jahre zuvor sein Asthma (oder Husten, eine juckende Kehle, Allergien, Bronchitis, oder ein Lungenemphysem) ausgelöst hatte.

Die inneren Disharmonien sind mannigfaltig. Eine detaillierte Darstellung sprengt den Rahmen dieses Artikels, ich gebe aber einen auch für Laien verständlichen Einblick:

Asthma (oder eine andere Atemwegs-Erkrankung) ist nicht nur eine reine Lungenerkrankung. Es kann bsp durch eine Überaktivität der Leber (Holzelement – Bluthochdruck, Ärger, Zorn, oder sich gar nichts sagen zu trauen) ebenso ausgelöst werden, wie durch eine Feuchtigkeit in der Milz (Erdelement – Verdauungsschwäche, Schwere, Müdigkeit, Kummer, Sorgen) oder der mangelnden Fähigkeit der Niere (Wasserelement, der Wille, Rückgrat, Aufrichtigkeit, innere Kraft, Wesenheit), das Lungen-Qi zu halten; auch das Feuer im Herzen kann zu übermächtig sein (flatterhaftes Wesen, übermächtige, unangebrachte Freude oder mangelnde Freude), welches einem dann den Atem raubt.

Ebenso können Traumen und Schicksalsschläge, welche das Qi und Blut in ihrem harmonischen Fluss behindern, Ursache sein.

Auch die Konstitution, die Kraft, mit der ein Mensch geboren wurde, welche Anlagen er persönlich und / oder familiär mitbringt, können für eine Krankheitsentstehung mit begünstigt sein.

Durch eine gründliche Anamnese (siehe Diagnoseverfahren) lässt sich die Ursache der Erkrankung Asthma erkennen und die jeweilige Behandlungsstrategie festlegen.

 

Patientenfall

Eine Frau mittleren Alters, die von Kindheit an an Asthma litt.

Häufige Bronchitis sowie Allergien (Heuschnupfen) sind ein Begleitbild.

Die Frau benutze prophylaktisch jeden Morgen ein Atemspray und tagsüber mehrfach ein Atembedarfspray.

Die begleitenden Befunde nach der Anamnese waren:

  • Wandernde Rückenprobleme – mal oben Halswirbelsäule, dann Brustwirbelsäule, vermehrt die Lendenwirbelsäule.
  • Rezidivierende Blasenentzündungen.
  • Verdauung: Sie neigt zu Blähungen und breiigen Stuhlgang, der einen Geruch hat.
  • Die Patientin schwitzt nicht – auch nicht in der Sauna, oder beim Sport. Sie bekommt dabei lediglich einen roten Kopf.

Von der Anlitzdiagnostik (Gesicht) erschien die Frau eher blass, hatte aber aufgesetzte rötliche Wangen.

Die Zungendiagnose zeigte, dass die Zunge dicht weiß belegt war, im Zungenkörper blass, abgesetzte Ränder, etwas Stau in den Unterzungenvenen.

Der Puls (Pulsdiagnose) war in der Lungen-Position san cai (d.h. zerstreuender Puls), in der guan Position (mittlerer Erwärmer) voll, in der chi Position (Niere) tief.

Bauchdiagnose: Pi (härte) im Magen, Leere (fühlbare Schwäche) in der Mitte zwischen Sternum und Nabel, Schmerzen seitlich des Nabels und in der Leistengegend.

 

In allem, was mir diese Patientin zeigte, war mir klar, dass sie vom Wesen her ein fröhlicher Mensch ist, der gerne Leben und Lachen möchte, aber nicht kann, da etwas in ihr eingesperrt ist.

So war mein erster Ansatz, der Pulsdiagnose, dem Puls der Lungen und der mittleren Erwärmer-Position sowie der Zungendiagnostik des weißen Belags zu folgen und daher die Oberfläche zu öffnen, um Restpathogene auf diesen Weg zu befreien und gleichzeitig eine Harmonie im Inneren, hauptsächlich den mittleren Erwärmer, durch Feuchtigkeitstransformation und Qi-Regulation herzustellen. Der Patientin ging es daraufhin rasch besser. Die Oberfläche wurde frei, da das Wei Qi und Ying Qi wieder frei fließen konnte. Die Bedarfssprays am Tage brauchte sie daraufhin immer weniger.

Der Anfang war gemacht. Heraus stellte sich nun, dass die Patientin noch Atemnot bekam, sobald Stress aufkam (hervorzuheben ist eine geringe Stresstoleranz), und auch wenn sie sich müde und schwach fühlte. Der Weg war frei für die Behandlung der auslösenden Faktoren und der Konstitution.

Innerhalb einer kurzer Zeit traute sich die Patientin zu, ihre Angst vor Atemnot abzubauen und ihr Prophylaxe-Spray am Morgen wegzulassen und nur noch bei Bedarf einzusetzen. Dies erreichten wir durch ihr neues Kräuterrezept und der situationsangepassten Akupunktur, welche den im Inneren vonstattengehenden Prozess zur Heilung aufgriff, d.h. dem Übergriff der Leber (Stress) auf die Lunge (übermäßige Ordnung) wurde Einhalt geboten und gleichzeitig ihre Erde / Mitte und Niere (ihr Energiepotential) gestärkt.

Insgesamt fühlte sich die Patientin zunehmend energiereicher. Auch die Doppelbelastung durch ihren Job-Wechsel hatte sie geschmeidig bewerkstelligt. Sie benötigte ihr Asthmaspray nur noch sehr selten.

Der psychosomatische Bezug war bei dieser Patientin nicht sofort, aber dennoch rasch erkennbar. Stress, ungewohnte Lebensschritte und Disharmonien jeglicher Art brachten sie außer Balance, sowie es auch zeitgleich ihre konstitutionellen Schwächen taten.

Der Behandlungserfolg konnte u.a. auch daher so gut eintreten, weil die Patientin sehr offen über jegliche Veränderungen und auch sonstige gegenwärtige Probleme sprechen konnte. Hervorzuheben ist, dass, auch wenn die Patientin mit der Hauptbeschwerde des Asthmas zu mir kam, wir durch ihr Muster auch die anderen gesundheitlichen Probleme behandelt haben. So änderte sich bei ihr rasch das Behandlungsfeld weg vom Asthma, hin zum chronischen Blasenproblem. Und so waren wir beim Ursprung ihres Problems angelangt: Denn die Wurzel ihres Asthmas lag (grob gesagt) in einer konstitionellen Nierenschwäche, und der erworbenen Leber-Qi-Stauung.

Doch das führt uns nun zu dem Krankheitsbild Nierenerkrankungen, Glomunuleneprhitis, Blasenentzündungen, usw., welches ich zu einem anderen Zeitpunkt detailliert darstellen werde.

Ich freue mich, dass es dieser Frau nun endlich gut geht und sie ihre Lebensqualität, ihre Lebensfreude, welche seit der Kindheit blockiert war, zunehmend lernt, ganz frei zu entfalten.